Grüner Tee: Beutel oder lose?

Ich hatte eigentlich vor hiermit zu warten bis es wieder so richtig kalt wird.

Da ich aber heute Morgen gesehen habe, dass die Krokusse schon sprießen habe ich diese Hoffnung mal ganz zügig aufgegeben. Hier also wieder ein temperaturlich unangemessener Tee-Post:

 

Hier geht es allgemein um grünen Tee, ohne Geschmackszusätze. Für die Skeptiker: Ja, auch einfacher Tee kann unterschiedlich schmecken – sogar für den Laien. Ich hab’s auch nicht geglaubt, aber passt auf:

Da mir über’s Wochenende leider meine Lieblingssorte ausgegangen und ich keine Gelegenheit hatte in die Stadt zu kommen und sie im Teehaus nachzukaufen, habe ich mir einfach ‚normalen‘ Tee im Teebeutel geholt – damit ich wenigstens übergangsweise was zu trinken hatte.

Vorstellen werde ich zwei Sorten zum Vergleich, um mal zu zeigen wie unterschiedlich Teebeutel und loser Tee wirklich sein können.

Vorher noch etwas Allgemeines zu grünem Tee:

Viele Tees werden mit kochendem Wasser aufgegossen; grüner (und weißer) Tee nicht. Die Blätter ‚verbrennen‘ sonst und dann wird er bitter – meiner Meinung nach der Grund warum viele denken sie mögen keinen grünen Tee oder nachher so viel Zucker rein kippen. Am besten das kochende Wasser 10 Minuten stehen lassen (90 – 70°C) und aufgießen. 2 Minuten ziehen lassen, fertig. Das ist vielleicht etwas aufwändiger, aber bei einer ganzen Kanne Tee lohnt sich sowas sofort.

Der Teebeutel (Meßmer Grüner Tee)

Sofort nachdem ich die Teebeutel rausnahm viel mir auf ‚Ohhhh … der riecht nach Gras‘. Auf der Verpackung stand ‚herb-frisch‘; frisch ist richtig. Nach genauerem hinriechen konnte ich Spuren von Röstaromen entdecken, aber der Gras Geruch war definitiv überwältigend.

Der Geschmack war überraschend mild. Ganz leicht schmeckte er nur nach Tee; eher wie warmes Wasser mit … naja, Gras. Und das obwohl ich zwei Teebeutel benutzt hatte.

Alles in allem war das Ganze Erlebnis relativ eindimensional. Gras und im Abgang etwas leicht Geröstetes. Tee-Minimalismus, sozusagen.

An diesem Punkt mache ich normalerweise Zucker rein um zu gucken ob sich der Geschmack verändert. Ich hab mich fast nicht getraut, aus Sorge jeglichen Geschmack zu überdecken und hinterher warmen Glukosesaft zu haben.

Mit etwas Zucker kam dann der Tee-Geschmack etwas deutlicher hervor, aber es passierte immer noch nichts Überwältigendes. Mist

Fazit: Grüner Tee für Feiglinge. Schwach und geschmacklich auf’s Wichtigste runtergeschraubt.

Obwohl ich normalerweise 3 bis 4 Tassen einfach so hintereinander trinken kann, hatte ich hier nach einer Tasse die Nase voll. Der Geschmack hat mich irgendwie nicht genug beschäftigt und blieb mir recht schnell im Hals stecken.

 

Der lose Tee (China Green Gunpowder)

Gunpowder ist der 0815-Tee unter den losen Sorten; fragt man im Geschäft nach grünem Tee ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der erste den man angeboten bekommt.

Gunpowder deshalb, weil die Blätter in kleine Kügelchen gerollt sind – wie Schrotkugeln.

Beim Geruch überwiegen die Röstaromen stark; der typische Teegeruch ist fast gar nicht wahrzunehmen. Auch der Geschmack ist rauchig; nur im Abgang bemerkt man eine leichte Tee-Note.

Wenn man das so liest, könnte man meinen, dass Gunpowder sehr stark wäre. Dem ist aber nicht so. Ich würde ich ihn trotzdem als ‚herb‘ bezeichnen – keinesfalls zu verwechseln mit ‚bitter‘! Perfümkenner wissen, dass Herrendüfte oft herb sind (Tabak beispielsweise) aber niemand würde sie freiwillig kaufen wenn sie bitter wären. … Ich merke grade, dass die Analogie ziemlich gut passt; Gunpowder schmeckt ein wenig so wie Tabak riecht.

 

Möglicherweise interessiert sich niemand genug für Tee um nach meinem stark begeisterten Gebabbel morgen in die Stadt zu gehen und welchen zu kaufen. Deswegen möchte ich zumindest den Damen nahelegen, dass es auch andere Gründe gibt ihn zu trinken als seinen Geschmack.

Seitdem ich regelmäßig ein bis zwei Tassen pro Tag trinke habe ich deutlich weniger Pickel, und die paar die sich trotzdem einschleichen heilen schneller ab. Zusätzlich mache ich mir aus einem 2. oder 3. Aufguss gerne meinen eigenen Toner – er ist antibakteriell und riecht sehr angenehm. Ein Fläschchen hält sich ca. eine Woche.

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Dessert für Faule (späte Weihnachts-Edition)

Ihr wisst ja wie das läuft: Wochen im Voraus plant man sein Weihnachtsessen; man probiert aus, disponiert um, probiert was anderes – und an Heiligabend hat man dann keine Lust mehr den Kram zu essen der einem so viel Kopfschmerz bereitet hat.

Oder vielleicht kennt ihr’s nicht. Vielleicht ist das nur meine Familie.

Seit einigen Jahren bin ich für das Dessert zuständig. Das liegt daran, dass ich so ziemlich die einzige bin, die daran wirklich Spaß hat. Wenn es nach meiner Mutter ginge würde jeder eine Kugel Vanilleeis bekommen und Feierabend. Mein Vater wäre damit vollkommen zufrieden – und die Hälfte unserer Gäste mag gar keine Süßigkeiten. Ich denke ihr bekommt so ein bisschen einen Eindruck von dem wogegen ich mich regelmäßig wehren muss.

Naja. Dieses Jahr hätte ich beinahe den Kampf verloren. Nachdem ich für jeden Vorschlag ein ähnlich begeistertes ‚Eh … ja, ok‘ bekommen hatte, entschloss ich mich dann am 23. einfach zu machen was ich will.

Input dazu hab ich kein verwertbares bekommen („Schmeckt super!!“), aber ich selbst bin recht zufrieden. Also hier kommt mein Last-Minute-Super-schnelles-Dessert für Faule, das man nicht nur zu Weihnachten essen kann:

 

Für 2 Personen:

  • 2 halbe Pfirsiche (aus der Dose)
  • 1 Packet Eis (Vanille oder Schoko passen am besten)
  • Kekskrümel eurer Wahl (wir hatten noch Pfefferkuchen, was perfekt war; Spekulatien passen auch ganz gut)
  • etwas Butter (weich)
  • brauner Zucker
  • Zimt

 

  1. Im Backofen den Grill vorheizen (ca. 200 Grad Umluft müsste auch klappen, wird aber wahrscheinlich etwas länger dauern)

    Dessert 2
    So müsste es vorher aussehen.
  2. Pfirsiche abwaschen und HÄNDE GRÜNDLICH WASCHEN. Wir arbeiten jetzt mit den Fingern
  3. 1 bis 2 Messerspitzen Zimt auf jede Pfirsichhälfte verteilen – das klingt nach viel, wird aber vom Eis mit verschluckt. Wenn man jetzt die Finger benutzt, hat man ein gutes Gefühl dafür wie viel jetzt tatsächlich drauf ist.
  4. Etwas von der weichen Butter nehmen und mit dem Finger vorsichtig auf dem Pfirsich verteilen. Dadurch dass der Zimt unter der Butter ist, verbrennt er nicht so schnell. Nochmal: Wer mit dem Finger arbeitet merkt eher wie viel oder wenig Butter gut ist.
  5. Ordentlich braunen Zucker drüberstreuen. Diesmal mit dem Löffel.
  6. Die Pfirsiche für ca. 20 Minuten in den Ofen schieben

 

Wichtig ist jetzt, dass der Zucker karamellisiert. Orientiert euch daran; eingelegte Pfirsiche werden nicht so schnell weich, also könnt ihr danach nicht gehen. Und lieber einmal zu oft nachschauen, als den Zucker verbrennen zu lassen – das Zeug stinkt!

  1. Während der Pfirsich vor sich hin brodelt, zerkrümelt die Kekse eurer Wahl.
  2. Pfirsiche aus dem Ofen holen und ein wenig abkühlen lassen. Falls nötig überschüssige Butter auskippen/rauslöffeln.
  3. Kurz vorm Servieren eine Kugel Eis zum Pfirsich geben und Keksbröseln darüber streuen.

Fertig!

Dessert 3
So müsste es hinterher aussehen.

Ich habe kleine Soufflé Formen genommen und den Pfirsich direkt darin in den Ofen geschoben. Das sah hinterher natürlich super aus, weil sie das Eis direkt auf dem Pfirsich gehalten haben. Allerdings waren die auch noch relativ lange heiß nachdem der Pfirsich schon abgekühlt war – etwas schwierig beim Essen.

Falls ihr (aus unerfindlichen Gründen) die schwierige Variante mit frischen Pfirsichen machen wollt: Bedeckt sie bis zur Hälfte mit Wasser und lasst sie vorher ein wenig Kochen. Dann wird das Fleisch weicher.

 

Studentenküche: Pimp my Tomatensoße

Ich bin wieder da! Hoffentlich diesmal für länger;)

 

Tomatensoße aus dem Glas. Wie unsexy.

Manchmal hat aber auch der passionierteste Hobbykoch keine Zeit und einfach Bock auf Spaghetti. Was macht man also, wenn man vor dem Regal steht, 80 Cent Glas Bolognese Soße in der Hand? Kaufen oder nicht kaufen?

Kaufen!

Tatsächlich ist es nämlich gar nicht so schwer so eine Billig-Soße richtig aufzumotzen. Allerdings solltet ihr jetzt nicht gleich das Geld auf den Tresen hauen und nach Hause flitzen – vorher solltet ihr erst noch einige andere Sachen kaufen um der Soße etwas nachzuhelfen.

  • 1 Karotte
  • 1 Zwiebel
  • Olivenöl
  • Zucker

Das war‘s. Ehrlich.

Die Mutigen von euch, oder die die solchen Kram schon Zuhause haben, können auch Folgendes noch mit reinhauen:

  • Rotwein
  • Rinderbrühe

Also wie geht das jetzt?

Ganz einfach:

  1. Heizt etwas Öl in der Pfanne an. Wir brauchen relativ viel Öl und eine hohe Temperatur, weil wir hier darauf aus sind schnell zu arbeiten – das Gemüse wird also anfrittiert statt gedünstet.
  2. Zwiebeln und Karotten würfeln.
  3. Zuerst die Karotten dazugeben, dann nach einigen Minuten die Zwiebeln. Fertig ist das Ganze nach circa 2 Minuten, wenn die Karotten anfangen zu kleinen, leicht braunen Würfeln zusammenzuschrumpfen
  4. Wenn ihr habt circa 1 EL Rotwein dazugeben und die Temperatur auf eine mittlere Stufe runter stellen.

Den Rotwein jetzt schon dazuzugeben hat den Vorteil, dass er sehr schnell sehr stark runter reduziert. Etwas das selten passiert wenn man ihn später in die Soße gibt.

  1. Die Soße dazugeben und aufkochen lassen.
  2. Gewürzt wird jetzt nur noch mit Salz und Pfeffer, sowie einem TL Zucker um den Geschmack zu ‚öffnen‘. Habt ihr in eurer Soße kein Hackfleisch, könnt ihr etwas Rinderbrühe dazugeben um den Fleischgeschmack vorzutäuschen.

 

Jetzt wird nur noch abgeschmeckt.

Fehlt etwas Fruchtiges? Paprikapulver kann da helfen.
Zu ‚wenig‘ Geschmack? Ein EL Butter dazugeben.
‚Langweilig‘? Es könnte Säure fehlen – ein wenig mehr Rotwein oder ein Tropfen Essigwasser (Vorsicht: Bei einem Verhältnis Essig zu Wasser 1:1 reicht ein Viertel TL für ein ganzes Glas Tomatensoße); vielleicht auch etwas Chilipulver.

Das Rezept muss sich natürlich nicht auf Karotten und Zwiebeln beschränken. Prinzipiell könnt ihr alles an Gemüse in die Pfanne kloppen was grade noch so weg muss: Paprika, Zuchini, Auberginen, Pilze – vergesst nur nicht sie gegebenenfalls vorher zu entwässern!

Olaplex … nächster Versuch

So. Nachdem mich die Uni in den letzten zwei Wochen fast aufgefressen hätte, melde ich mich kurz vor Weihnachten nochmal zurück.

Mit Olaplex! – Was für eine Überraschung. Ich glaube wir dachten alle, dass ich eigentlich mit dem Thema durch wäre.

Nachdem meine Friseurin allerdings letzte Woche drauf bestand das Zeug nochmal zu benutzen und nichts passierte (vor- oder nachteilig) habe ich mich doch dazu hinreißen lassen Phase 3 auszuprobieren, da meine Mutter mir so davon vorgeschwärmt hatte. Die kam mir nämlich grade ziemlich gelegen; ich hatte leider meine schönen Friseur-Haare schon wieder ein oder zwei Mal zu heiß geföhnt und … naja, ihr wisst worauf ich hinaus will.

Olaplex

Die Verpackung sieht schon mal sehr vertrauenserweckend aus – wie etwas das beim Friseur stehen könnte. Ich weiß es ist oberflächlich, aber ich lasse mich von einer schönen Verpackung gelegentlich durchaus beeindrucken.

Laut Anweisungen auf der Rückseite soll man nun die Haare nass machen – nur nass, nicht sauber – und „a generous amount“ (‚reichlich‘) in den Haaren verteilen, bis runter auf die Wurzel. Durchkämmen und mindestens 10 Minuten einwirken lassen.

Die Konsistenz erinnert an eine normale Kur; geelig, weiß und mit generischem Haarpflegeprodukt-Geruch. Es fühlt sich auch nicht anders an. Kein Brennen, kein Jucken, kein Prickeln. Nach circa 10 Minuten werden die Haare etwas steif, genauso wie bei einer normalen Kur.

Anschließend soll das Produkt ausgespült werden; dann werden die Haare normal gewaschen und mit Spülung behandelt. Fertig.

Schon beim Ausspülen fühlten die Haare sich sehr weich an. Auch das anschließende Durchkämmen ging problemlos – was bei meinem widerspenstigen Mopp schon was heißen soll. Trocken waren die Haare sehr leicht und klebten überhaupt nicht mehr aneinander. Leider führte das auch dazu, dass alle kleinen, abgebrochenen Härchen anfingen zu fliegen.

Der Eindruck ist also überwiegend positiv. Die fliegenden Haare habe ich mit etwas Haarspray in den Griff bekommen. Ob Olaplex wirklich Schäden beseitigt kann ich nicht sagen, aber für den Moment sieht es zumindest so aus.

 

Leider ist der Spaß preislich nicht ganz ohne: Knapp 50 € kostet eine 100 ml Flasche – wir haben dabei mit 35 € ein Schnäppchen gemacht. Der Preisvergleich im Internet lohnt sich also durchaus.

Bei meinen (noch) kurzen Haaren halten sich 100 ml noch relativ lang, da die Anwendung höchstens ein bis zwei Mal im Monat notwendig und ratsam ist. Sonst werden die Haare matschig. Für die beneidenswerten Damen mit langem Haar wäre es vielleicht ratsam vorher mal 100 ml Kur abzufüllen und zu gucken wie lange ihr damit auskommt – nur so zum Vergleich.

Wenn es euch trotzdem zu teuer ist, keine Sorge. Das nächste Weihnachten kommt bestimmt.

Euch allen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! Und denkt dran: Zu viel Alkohol gibt Falten:D

Ein halbes Kilo bittere Reue

Ich habe einen Fehler begangen.

Letzte Woche habe ich ein halbes Kilo Spinat gekauft. Zu diesem Zeitpunkt erschien mir das als eine gute Idee – keine Ahnung was ich mir genau dabei gedacht hatte. Wahrscheinlich nichts; das ist relativ häufig mein Problem.

Es ist allerdings echt etwas unverschämt, dass mein 500 Gramm Beutelchen junger Spinat nur 30 Cent weniger kostet als ein riesen Sack erwachsener Spinat. Bis ich Zuhause ankam und mich an unseren winzigen Kühlschrank erinnerte, war ich also mit meiner Entscheidung relativ zufrieden. Jetzt muss das Zeug aber weg. Und zwar schnell, da ich meine beiden Mitbewohner nicht spontan aus unserer Kühleinheit aussiedeln kann, nur weil mich diese 30 Cent gefuchst haben.

Deshalb habe ich in den letzten Tagen Spinat gefressen wie ein Scheunendrescher. Spinat auf‘s Sandwich, Spinat im Blätterteig, auf Nudeln, im Auflauf, mit Knoblauch, mit Käse – und der Beutel wird nicht leerer. Mittlerweile schließt sich der Spinatkreis: Als Kind mochte ich ihn nicht, als Teenager schon – und jetzt … sagen wir ich bin mir ziemlich sicher, dass Hass nach Spinat schmeckt.

Den Rest des Beutels muss ich jetzt doch wegschmeißen. Schade, aber eine Person alleine kann diese Mammut-Aufgabe nicht bewältigen bevor die ersten Spinatblätter anfangen zu welken. Einen Versuch war’s auf jeden Fall wert.

Glaube ich.

Zwar kann ich jetzt nie wieder Spinat essen, aber hey, ich hab 30 Cent gespart.

Geschenke Terror

Alle Jahre wieder … könnte mir das Christuskind ruhig ein wenig Arbeit abnehmen.

Wie immer hatte ich mir eigentlich vorgenommen meine Weihnachtsgeschenke schon alle zusammenzuhaben bevor der Dezember so richtig in Schwung kommt. Diesmal, muss ich voller Stolz sagen, habe ich mich an diesen Vorsatz sogar erinnert. Leider hat eine höhere Macht einen Strich durch die Rechnung gemacht: Ich finde nichts.

Was schenkt man seinen Eltern zu Weihnachten? Diese Problematik trifft mich jedes Mal wieder aus dem Nichts – obwohl man meinen könnte, dass ich mich nach fast 24 Jahren dran gewöhnt hätte dass ich Eltern habe und dass Weihnachten doch relativ regelmäßig stattfindet.

Der erste Gedanke ist dann immer ‚Was habe ich ihnen denn letztes Jahr geschenkt?‘ – ich habe keine Ahnung mehr. Wahrscheinlich war ich so erleichtert etwas gefunden zu haben und gleichzeitig so beschämt über meine Einfallslosigkeit, dass ich direkt alles verdrängt habe.

Ein zielloser Stadtbummel hat auch nicht viel geholfen. Dank E-book kann ich keine Bücher mehr verschenken, eine hübsche Teekanne passt nicht zu dem überkandidelten Villeroy & Boch Geschirr meiner Mutter und mein Vater ist kein Fan von Krawatten. Warum müssen die Beiden auch so schwierig sein?

Mittlerweile liebäugel ich mit dem Gedanken ihnen gemeinschaftlich ein paar exotische Teesorten zu schenken. Sie trinken ihn zwar nicht, servieren ihn aber gerne mit einem herablassenden Lächeln den Nachbarn und Verwandten zu den Feiertagen(ich kann da meine Gene nicht verleugnen; genauso mach ich es auch).

Wenn mein Vater wenigstens noch Playstation spielen würde … aber die Controller sind ihm mittlerweile auch zu fiddelig. Ruhe in Frieden, Kamerad; ein Gamer ist in die ewigen Jagdgründe eingegangen.

Naja, so zwei Wochen habe ich ja noch. Vielleicht gestehe ich die Schmach einfach mal meinen Freunden und gucke was die so machen.

 

Music rec: Mariana’s Trench

Dauerregen, Nebel und Kälte; was man jetzt als Motivation zum Laufen braucht ist neue Musik (und ein Regencape).

Was ich für euch habe ist Mariana’s Trench. Nein, die Musik ist nicht so tiefgründig wie der Name jetzt vielleicht andeuten mag; der Stil ist recht inkonsistent und schwankt von Track zu Track zwischen Indie Rock und eingängiger Pop Musik. Was aber alle gemeinsam haben sind die amüsanten Texte – und dass alle wirklich dancey sind.

Wer auf poppig, lustige Lovesongs steht sollte mal bei ‚Haven’t had enough‘ oder ‚Stutter‘ reinhören, ‚Truth or Dare‘ hat einen etwas dunkleren Ton.

Dazu sind die Videos, wie ich gerade feststelle, sehr lustig, auch wenn die Intros recht lang und etwas irreführend sind. Für ‚Truth or Dare‘ habe ich leider keinen Link gefunden. Schade! Da müsst ihr wohl selber suchen.

Auf jeden Fall kann ich jetzt wieder getrost loslaufen; für die nächsten paar Tage bin ich versorgt.

Ich hoffe ihr auch:)

Dezember, der dunkelste Monat

Ich habe in genau einem Monat Geburtstag.

Geburtstage sind schon seit ungefähr 4 Jahren keine große Sache mehr für mich – es gibt keine Party mehr (auf der Ende Dezember sowieso kaum einer aufgekreuzt ist), sondern nur noch Kaffe mit den diversen Omas und Großtanten. So wie jedes Jahr seitdem ich denken kann.

Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass diese angenehme Gleichgültigkeit der Vorbote der Alterspanik ist. Hier ist es gleichermaßen ein Vor- und Nachteil, dass alle meine Freunde um einiges älter sind als ich. Zum einen fühlt man sich vergleichsweise gut, wenn man 24 wird und die erste von uns schon an der 30 kratzt. Andererseits wird einem prompt das Recht abgesprochen sich zu beschweren.

‚Wenn du so alt bist wie ich, dann darfst du dich beschweren! Guck mal, ich glaube das ist eine Falte!‘

Definitiv eine Falte. Einfach aus Gehässigkeit – wenn ich mich nicht über meinen anstehenden Geburtstag ärgern darf, dann kann ich mich wenigstens darüber freuen, dass du grade deine 20er Pickel gegen 30er Falten austauschst. Ja, so sind Frauenfreundschaften. Egal, das Genörgel habe ich immer noch lieber als die ‚subtilen‘ Hinweise meiner Mutter, dass sie in meinem Alter schon Mutter eines Kleinkindes war.

Danke Mama. Schneller geht’s leider nicht.

‚Nein, nein – ich will dich nicht unter Druck setzen! Ich wollte es dir nur … gesagt haben.‘

‚Wenn es mit 30 noch nicht geklappt hat, können wir gerne nachhelfen. Vorausgesetzt du bezahlst.‘

Es besorgt mich, wie ernst sie diesen Vorschlag zu nehmen scheint.

 

Davon abgesehen freue ich mich generell schon auf die Feiertage.

Da meine Familie und ich allerdings Heiligabend dazu nutzen uns extrem aufzubretzeln und Fotos zu machen, fällt auch einmal im Jahr ein neues Kleid für mich an. An sich eine tolle Sache. Aber leider muss ich dafür noch bis Mitte/Ende nächsten Monats 2-3 Kilo abnehmen. Natürlich hat jetzt grade der Weihnachtsmarkt angefangen und an jeder Ecke steht eine Crêpe Bude und der sehr herbstliche Dauerregen schiebt jeglichem Outdoor Sport den Riegel vor. Ich betreibe also Abnehmen im Profi Modus, sozusagen.

Was tut man nicht alles für die Schönheit. Vor allem weil mein Haarzucht-Projekt grad in eine heiße Phase geht – zu kurz zum Leben, zu lang zum Sterben. Momentan plagt mich also die Angst in ferner Zukunft auf alte Weihnachtsfotos zurückzuschauen und sagen zu können ‚Fett und scheiß Frisur – das muss 2015 gewesen sein.‘

Achja, der Dezember: Anlass zum Selbsthass für bestimmt 80 % aller Frauen. Wenn nicht kurz vorher, dann kurz nachher.

 

Wenn ihr mich nun entschuldigt, es regnet grade nicht. Ich gehe jetzt Laufen.

Book rec: „Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookstore“

Wer hat alles „Sakrileg/Da Vinci Code“ von Dan Brown gelesen?

Und wem hat das Buch gefallen? So richtig?

Mir nicht. Damit bin ich bei weitem in der Minderheit, und das ärgert mich. Regelmäßig mache ich den Fehler Bücher von der Bestseller Liste zu kaufen, in der Annahme dass da ja was dran sein muss. Sonst würden es ja nicht so viele Leute lesen.

Regelmäßig bin ich demnach frustriert – ich will dass mir das Buch gefällt; es wäre sonst so eine Verschwendung von Zeit, Geld und Aufmerksamkeit. Ungefähr das ist mir bei „Sakrileg“ passiert.

Die Handlung zog sich wie Kaugummi, die Charaktere waren so vergessenswert und oberflächlich, dass ich nach zwei Seiten ihre Namen vergessen hatte und irgendwie war die Verschwörung übermäßig kompliziert. Meiner Meinung nach sind die besten Mystery/Crime Bücher die, bei denen man 200 Seiten später sagen kann ‚Oh nein! Das hätte ich kommen sehen müssen.‘

Hier – nicht so unbedingt. Dabei war die Idee vielversprechend: ein Ur-alter Kult der bis in die Moderne überlebt hatte und jetzt Ärger macht.

Über Jahre hinweg hab ich dann „Sakrileg“ verdrängt als ein Buch das halt hätte besser umgesetzt werden können (wobei der Ärger jedes Mal ein wenig hochkam wenn ein neues Buch oder ein neuer Film rauskam und die ganze Welt verrück gespielt hat).

Dann habe ich „Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookstore“ von Robin Sloan gefunden.

 

Die Handlung erinnert sehr an „Sakrileg“, aber etwas … runtergeschraubt:

Clay Jannon ist ein Web-Designer. Eigentlich.

Aber die Rezession hat ihm stark zugesetzt, so dass er eigentlich nur irgendeinen Job will.

Glücklicherweise sucht Mr. Penumbra grade eine Aushilfe in seinem Buchladen. Clays Aufgaben sind einfach: Er taucht auf, nimmt den Ladenschlüssel von Mr. Penumbra entgegen, verkauft Bücher, gibt den Ladenschlüssel an seinen einzigen Kollegen Oliver weiter und geht nach Hause.

Ach ja, ‚verkaufen‘ … naja so einfach ist das nicht. Denn irgendwie scheint Mr. Penumbra’s Laden recht schlecht zu laufen. Die einzigen Leute die kommen sind die ‚Mitglieder‘ – Mitglied wovon auch immer. Für die Mitglieder gibt es ein spezielles Regal aus dem sie nur ausleihen und Clays Aufgabe ist es ihre Aussehen, ihr Verhalten, alles was sie tun, sagen oder nicht tun und sagen in ein kleines Notizbuch zu schreiben. Seltsam, oder?

Als Clay ganz versehentlich ein Rätsel löst das einige dieser Mitglieder ihr ganzes Leben lang auf Trab hält, verschwindet Mr. Penumbra plötzlich und Panik bricht aus. Clay und seine Freunde müssen also los um ihn zu finden.

 

Das Buch wirkt im Ganzen irgendwie jugendlicher als „Sakrileg“. Es wird gut Zeit darauf verwendet die Hauptcharaktere vorzustellen und ihre Beziehung zueinander glaubwürdig zu machen. Die Rätsel werden ebenfalls erklärt, sind aber an sich nicht so furchtbar wichtig; viel wichtiger ist der alte Kult selbst und wie er mit der modernen Welt interagiert.

Auch die Hauptfiguren sind sehr interessant, sympathisch und realistisch: Clay ist ein relativ ruhiger junger Mann, in dessen Kopf sehr viel mehr lustige Dinge vorgehen als er ausspricht; Kat hat sich mit Herz und Seele ihrem Arbeitgeber Google verschrieben; und Neel ist ein Silicon Valley Tycoon, dessen Firma sich auf die realistische Animation von weiblichen Brüsten spezialisiert hat.

Nein, das ist jetzt kein Witz.

Der Witz folgt im Buch selbst, in dem diese drei Sonderlinge nun versuchen, zusammen mit dem älteren Herren Mr. Penumbra ein uraltes Rätsel zu lösen – wie wird man unsterblich?

 

Der Schreibstil ist sehr angenehm; das Buch wird aus Clays Perspektive erzählt, der, wie erwähnt, ziemlich witzig ist. Da es nicht um Leben oder Tod geht ist die ganze Atmosphäre entspannter und viel kompatibler mit der leicht mysteriösen Stimmung die sich durch das Buch zieht. Das Thriller Element entfällt zwar so, aber das fällt eigentlich nicht weiter auf.

 

Einige meiner Lieblingsstellen:

 

I’ll read a bit out of the logbook, and he will nod at my record-keeping. But then he will probe even deeper: “A respectable rendering of Mr. Tyndall,” he’ll say, “But tell me, do you remember, were the buttons on his coat made of mother-of-pearl? Or were they horn? Some kind of metal? Copper?”

Yes, ok: it does seem a little strange that Penumbra keeps this dossier.

(p. 19)

(Ich lese ihm ein bisschen aus dem Logbuch vor und er nickt mit dem Kopf. Aber dann wird er noch genauer nachfragen: „Eine respektable Beschreibung von Mr. Tyndall“, wird er sagen, „Aber sag, erinnerst du dich noch, waren die Knöpfe an seiner Jacke aus Perlmutt? Oder war es Horn? Oder vielleicht eine Art Metall? Kupfer?”

Ja ok; es ist ein wenig seltsam, dass Penumbra solche Aufzeichnungen macht.)

 

 

“I did not know people your age still read books,“ Penumbra says. He raises an eyebrow. “I was under the impression they read everything on their mobile phones.”

“Not everyone. There are plenty of people who, you know – people who still like the smell of books.”

“The smell!” Penumbra repeats. “You know you are finished when people start talking about the smell.”

(p. 65)

(„Ich wusste nicht, dass Leute in deinem Alter noch Bücher lesen“, sagt Penumbra. Er zieht eine Augenbraue hoch. „Ich hatte den Eindruck, dass junge Leute alles auf ihren Mobiltelefonen lesen.“

„Nicht alle. Es gibt genug Leute die, Sie wissen schon – Leute die noch den Geruch von Büchern mögen.“

„Den Geruch!“ wiederholte Penumbra. „Du weißt dass alles vorbei ist, wenn die Leute über den Geruch sprechen.“)

 

 

Die deutsche Fassung heißt „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“. Es gibt auch ein Prequel – also eine Vorgeschichte; da werde ich mich wohl als nächstes dransetzen. Wie immer sind die amazon Seiten bei beiden Fassungen gleich verlinkt.

 

[Sloan, Robin (2012): Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookstore, Picador: New York.]

Social Media – ein Fazit

Wie viele Social Media Accounts hat ein Durchschnittsmensch? Klar, es kommt wahrscheinlich auf’s Alter an und ein bisschen auf die Interessen.

Aber so ganz pauschal hat jemand um die 30 wohl wahrscheinlich einen Facebook Account und vielleicht Twitter. Frauen traue ich jetzt mal zusätzlich noch entweder Pinterest oder Instagram zu. Möglicherweise auch beides.

Das sind so die Großen, oder? Der ein oder andere hat dann noch tumblr oder einen Blog.

Das sind so … naaah … zwei bis drei Accounts.

Aus lauter Langeweile habe ich letzten Sommer einfach mal alle ausprobiert. Ja, alle. Das klingt schon mal eindrucksvoll; jetzt bin ich aber so überhaupt kein Social Media Typ. Bisher hatte ich nur Facebook, wozu man mich auch nötigen musste und wo auch nicht viel drauf ist. Pinterest hatte ich mich dann irgendwann freiwillig angemeldet, weil: Rezepte. Natürlich.

Und dann dachte ich mir irgendwas muss doch auch an den anderen dran sein. Also habe ich mir einen Blog zugelegt. Und Twitter. Und Instagram. Und Tumblr.

Laut WordPress liegt mein erster Eintrag jetzt ungefähr drei Monate zurück.

Drei Monate volles Rohr Social Media.

Und das Fazit? Wo soll ich da anfangen?

 

Der Blog

Es macht mehr Spaß einen Blog zu schreiben als ich erwartet hatte. Es ist allerdings auch um einiges schwieriger. Zu Anfang hatte ich zu jeder Zeit mindestens sechs Artikel fertiggeschrieben rumliegen, sodass ich eigentlich nur noch kopieren und hochladen musste. Mittlerweile komme ich zwischendurch immer mal in Schwierigkeiten. Wie unterhält man einen Blog? Nach einiger Recherche hieß es hauptsächlich ‚egal wie, aber regelmäßig‘. Jede Woche? Alle zwei Wochen? Einmal im Monat? Ich versuche im 3 bis 4 Tage Rhythmus zu bleiben, aber auch das ist in arbeitsintensiven Wochen ziemlich schwierig. Trotzdem, der Blog bleibt. Ich habe Spaß daran gefunden zu jedem möglichen Thema zu schreiben was mich grade interessiert; Bloggen macht süchtig.

Tumblr

Der mini-Blog. Eigentlich müsste ich mit meinem richtigen Blog hier total ausgelastet sein. Diejenigen die aber Tumblr haben wissen, dass es sich dort um eine völlig andere Szene handelt. Mini Blogeinträge sind um einiges leichter zu schreiben, und durch die queue Funktion ist Regelmäßigkeit kein Problem – man schreibt einfach vor, und Tumblr postet regelmäßig von selbst.

Auch mein Tumblr Account bleibt definitiv. Obwohl ich mich zugegebenermaßen ein gaaanz klein bisschen dafür schäme:)

Twitter

Der mini-mini-Blog. Drei Monate Twitter und ich habe immer noch keine Ahnung wie das ganze eigentlich funktioniert. Selber twittern ist unglaublich anstrengend und fühlt sich irgendwie auch ein wenig lächerlich an.

‚Bei Starbucks #starbucks #freizeit #coffee #socool #omg‘

‚In der Bibliothek, weil ich schon wieder fast einen Abgabetermin für meine Seminararbeit verpennt habe #uni #omg #arbeiten #imanidiot #mcdonaldsforlife‘

Wen interessiert sowas über mich, wenn ich selber dabei vor Langeweile fast umkomme?

‚Nicht genug getrunken heute:( #wateriscool #healthy #omg #ungesund‘

Nach einer Weile dachte ich, dass ich wenigstens ein paar Nachrichtensendern und Zeitungen folgen sollte, so wie Die Zeit oder der FAZ.

Mittlerweile bin ich kurz davor mein Handy an die Wand zu klatschen. Ständig klingelt es, weil ich irgendwelche tweets fünfmal bekomme. Auch Die Großen stehen nicht darüber sich gegenseitig drei- oder viermal zu re-tweeten. Twitter kommt definitiv weg. #soreallife #twitter #omg

Instagram

… ich weiß nicht was ich erwartet habe. Hunderte Selfies, Katzenbilder und der ein oder andere Hund gelegentlich. Dazu kommen Bilder von Stränden auf Hawaii die ich mein Lebtag nicht zu sehen bekommen werde. Alles mit super Kameras geschossen und hochgradig bearbeitet. Wie soll jemand der keine Ahnung von Fotographie und Photoshop hat da mithalten? Eigentlich kann man nur gucken und genervt sein.

Instagram kommt weg.

 

Meine Neugier ist definitiv gestillt. Zwei Accounts sind dazu gekommen, der Rest bleibt so wie er war.

Das Experiment hat an meinen Nerven gezehrt, aber jetzt kann wenigstens keiner mehr behaupten ich hätte es nicht versucht.